Müller sorgt mit AfD-Koalitionsvorschlag für CDU-internen Eklat in Baden-Württemberg
Moritz HartmannMüller-Chef ermutigt die CDU zu einer Koalition mit der AfD - Müller sorgt mit AfD-Koalitionsvorschlag für CDU-internen Eklat in Baden-Württemberg
Theo Müller, Gründer der Molkerei Müller und CSU-Mitglied, hat mit der Äußerung für Aufsehen gesorgt, die CDU könnte in Baden-Württemberg mit der rechtspopulistischen AfD regieren. Seine Aussagen folgen auf eine knappe Landtagswahl, bei der die Grünen die CDU nur knapp überflügelten – beide Parteien verzeichnen nun gleich viele Sitze im Parlament.
Bei der Wahl 2026 erreichten die Grünen 30,2 Prozent der Stimmen, knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Damit stellen beide Fraktionen jeweils 56 Abgeordnete, was eine rot-grüne Koalition mit der SPD aufgrund fehlender Mehrheiten unmöglich macht. Die SPD selbst schaffte es gerade einmal über die Fünf-Prozent-Hürde, sodass die seit 2016 regierende grün-schwarze Koalition vorerst weiterbestehen muss.
Müller kritisierte die aktuelle Rolle der CDU und argumentierte, die Partei dürfe sich nicht "zur zweiten Geige" unter Cem Özdemir von den Grünen degradieren lassen. Stattdessen schlug er eine "schwarz-blaue" Koalition mit der AfD vor – oder zumindest eine Duldung durch die Rechtspopulisten. Seine Forderungen stehen im Widerspruch zur offiziellen CDU-Linie, die jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt.
Der Unternehmer traf sich in der Vergangenheit bereits mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel, die er als "Freundin" bezeichnete. Zudem lobte er den AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, was die Debatte über mögliche Bündnisse weiter anheizt.
Müllers Vorschläge kollidieren mit der klaren Ablehnung der CDU gegenüber einer Kooperation mit der AfD. Das Wahlergebnis führt zu einer Pattsituation zwischen Grünen und CDU, ohne dass sich eine stabile Regierungsmehrheit abzeichnet. Wie es nun weitergeht und ob eine handlungsfähige Landesregierung zustande kommt, bleibt ungewiss.