Mieter verlieren bis 2026 bis zu 16 Quadratmeter Wohnfläche bei gleichen Mietkosten
Henry SeidelMieter verlieren bis 2026 bis zu 16 Quadratmeter Wohnfläche bei gleichen Mietkosten
Mieter in Deutschland bekommen für ihr Geld immer weniger Wohnfläche – während die Lebenshaltungskosten steigen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum in den meisten Großstädten seit 2020 geschrumpft ist. Steigende Mieten und ein Rückgang im Wohnungsbau verschärfen die Krise weiter.
Noch im Jahr 2022 reichte eine Kaltmiete von 1.000 Euro in Wiesbaden für eine durchschnittliche Wohnung mit 91 Quadratmetern. Bis 2026 wird dasselbe Budget voraussichtlich nur noch 82 Quadratmeter abdecken – ein Verlust von neun Quadratmetern. Ähnliche Trends zeigen sich in anderen Städten: In Berlin erhalten Mieter heute 16 Quadratmeter weniger als 2022, in Hamburg sind es 12 Quadratmeter und in Mainz neun.
Bundesweit hat sich in 60 der 80 untersuchten Städte die verfügbare Wohnfläche bei gleichem Budget seit 2020 um mindestens zehn Prozent verringert. Explodierende Baukosten machen Neubauten für viele Investoren unrentabel und bremsen die Entwicklung neuer Wohnungen aus. Gleichzeitig geben Vermieter gestiegene Instandhaltungskosten an die Mieter weiter – was die Mieten zusätzlich in die Höhe treibt.
Das Problem beschränkt sich nicht auf die Metropolen. Ein „Überlaufeffekt“ lässt die Nachfrage und die Preise auch in angrenzenden Regionen steigen, etwa im Ruhrgebiet. Zudem machen die Zinserhöhungen Wohneigentum für viele unerreichbar und drängen noch mehr Menschen in den ohnehin schon angespannten Mietmarkt.
Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass sich ohne gezielte Förderung des Wohnungsbaus der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und steigenden Mieten fortsetzen werde. Die Daten deuten darauf hin, dass Mieter ohne Gegenmaßnahmen in den kommenden Jahren mit noch beengteren Wohnverhältnissen konfrontiert sein werden.







