Merz lehnt Steuererhöhungen ab und drängt auf Entlastungen vor der Sommerpause
Henry SeidelMerz lehnt Steuererhöhungen ab und drängt auf Entlastungen vor der Sommerpause
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Steuererhöhungen ausgeschlossen und drängt stattdessen auf Entscheidungen über Steuerentlastungen vor der Sommerpause. Bei einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion betonte er, dass mögliche Änderungen die Belastungen für Bürger und Unternehmen verringern müssten – nicht erhöhen. Angesichts der Tatsache, dass bereits die Hälfte der Legislaturperiode fast verstrichen ist, warnte er, dass weitere Verzögerungen kaum noch Spielraum für Maßnahmen ließen.
Merz unterstrich die Dringlichkeit der steuerpolitischen Weichenstellungen und verwies darauf, dass die zentralen Entscheidungen zwischen Ostern und der Sommerpause fallen müssten. Bis Ende 2025 sei die Hälfte der Amtszeit der Regierung vorbei – und historisch betrachtet werde in der zweiten Hälfte einer Legislaturperiode oft wenig bewegt.
Der Kanzler zeigt sich offen für Anpassungen bei den Sozialabgaben für Mittelschichtsverdiener. Allerdings wartet er noch auf konkrete Vorschläge des Finanzministers zu gezielten Entlastungen bei der Einkommensteuer. Seine Haltung entspricht dem Koalitionsvertrag, der Steuererleichterungen statt zusätzliche finanzielle Belastungen vorsieht.
Ab Januar 2026 sind bereits mehrere steuerliche Maßnahmen in Kraft getreten. Dazu gehören die dauerhafte Erhöhung der Pendlerpauschale auf 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer sowie der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Restaurantmahlzeiten. Unternehmen profitieren zudem von einer degressiven Abschreibung von bis zu 30 Prozent für Investitionen in Ausrüstungen, die zwischen Juni 2025 und 2028 getätigt werden. Ab 2028 soll schrittweise eine Senkung der Unternehmenssteuern beginnen.
Weitere Maßnahmen umfassen eine jährliche Entlastung bei den Energiekosten in Höhe von über 10 Milliarden Euro ab 2026. Dazu zählen die Abschaffung der Gaslager-Umlage, niedrigere Netzentgelte für Strom sowie höhere Grundfreibeträge und Kindergeld ab März 2026. Zudem wurden im März 2026 Beschränkungen für tägliche Schwankungen der Spritpreise an Tankstellen eingeführt.
Die Steuerpolitik der Regierung konzentriert sich nun darauf, die geplanten Entlastungen noch vor der Sommerpause umzusetzen. Merz' Äußerungen deuten auf ein enges Zeitfenster für Entscheidungen hin, da die zweite Hälfte der Amtszeit traditionell weniger produktiv ist. Im Fokus steht die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen – ohne neue finanzielle Belastungen zu schaffen.






