Leipzig klagt gegen Bund wegen teurerer Personalausweise – wer zahlt die Differenz?
Lina FuchsLeipzig streitet mit Bundesregierung über erhöhte Kosten für Personalausweise - Leipzig klagt gegen Bund wegen teurerer Personalausweise – wer zahlt die Differenz?
Leipzig stellt sich gegen Bund wegen steigender Kosten für Personalausweise
Die Stadt Leipzig geht gegen die Bundesregierung vor, weil die Preise für Personalausweise steigen. Oberbürgermeister Burkhard Jung besteht darauf, dass die Kommune nicht für die höheren Gebühren der Bundesdruckerei aufkommen sollte. Der Streit dreht sich um eine kleine, aber spürbare Preisdifferenz, die die Städte auf den Kosten sitzen lässt.
Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung, als die Bundesdruckerei ihre Preise für Personalausweise erhöhte. Für Antragsteller unter 24 Jahren verlangt die Behörde nun 29,61 Euro pro Ausweis, während die Städte den Bürgern nur 27,60 Euro in Rechnung stellen dürfen. Für Leipzig bleibt so eine Deckungslücke von 2,01 Euro pro Ausweis – was jährlich etwa 170.000 Euro ausmacht.
Das Bundesinnenministerium räumte die höheren Abrechnungen ein, verwies jedoch auf eine "gemischte Kostenkalkulation" für verschiedene Altersgruppen. Unterdessen unterstützt der Deutsche Städtetag Leipzigs Position und argumentiert, dass die Kommunen die Zusatzkosten nicht tragen sollten. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, ob das Pass- und Ausweissystem künftig stärker zentral gesteuert werden müsste.
Obwohl die Preise für Personalausweise in Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld liegen, machte Jung klar: "Wer bestellt, muss auch zahlen." Die Stadt fordert nun eine bundesweite Anpassung, um die Finanzlücke zu schließen.
Der Konflikt zeigt eine wachsende Spannung zwischen Kommunen und Bund bei der Finanzierung auf. Bleibt alles wie bisher, werden Leipzig und andere Städte bei jedem ausgestellten Personalausweis Geld verlieren. Das Ergebnis könnte wegweisend dafür sein, wie künftig mit ähnlichen Kosten in ganz Deutschland umgegangen wird.