Klingbeil fordert Übergewinnsteuer für Ölkonzerne gegen explodierende Spritpreise
Emma KrügerKlingbeil fordert Übergewinnsteuer für Ölkonzerne gegen explodierende Spritpreise
SPD-Chef Lars Klingbeil hat eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne gefordert, um die stark gestiegenen Spritpreise in den Griff zu bekommen. Er warf den Unternehmen vor, den Iran-Konflikt auszunutzen, um die Preise in die Höhe zu treiben und Rekordgewinne einzufahren. Sein Vorschlag umfasst auch die Einführung eines Systems nach luxemburgischem Vorbild mit Preisobergrenzen für Kraftstoffe, um die Belastung für Verbraucher zu verringern.
Klingbeil kritisierte, was er als "skandalöse Preistreiberei" der Ölkonzerne bezeichnete. Die übermäßigen Gewinne, angeheizt durch geopolitische Spannungen, träfen Autofahrer und Haushalte ungerechtfertigt hart, so der SPD-Vorsitzende. Als Gegenmaßnahme schlug er eine Besteuerung dieser Übergewinne vor – die Einnahmen sollten den Bürgern etwa durch höhere Pendlerpauschalen oder Senkungen der Energiesteuern zugutekommen.
Der SPD-Chef verwies dabei auf das luxemburgische Modell, bei dem das Wirtschaftsministerium Höchstpreise für Benzin, Diesel und Heizöl festlegt. Eine ähnliche Obergrenze könnte nach Klingbeils Vorstellung auch in Deutschland die Kosten für Verbraucher stabilisieren.
Klingbeil plant, das Thema auf dem nächsten Treffen der europäischen Finanzminister auf die Agenda zu setzen. Sein Vorstoß steht in der Tradition früherer EU-Maßnahmen wie dem REPowerEU-Plan von 2022, der während der Energiekrise Übergewinnsteuern für Energieunternehmen einführte. In den vergangenen zwölf Monaten haben Länder wie Spanien, Italien, Griechenland und Polen ähnliche Abgaben für Banken und Energiekonzerne eingeführt oder verlängert. Die Mittel flossen in Subventionen und halfen, die Staatsverschuldung zu senken.
Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, würde Deutschland damit einen Weg einschlagen, den andere EU-Staaten bereits gegangen sind. Die Übergewinnsteuer könnte Haushalten, die mit hohen Spritkosten kämpfen, direkte finanzielle Entlastung bringen. Über Klingbeils Plan wird in den kommenden Wochen auf europäischer Ebene beraten.






