Hamburgs Olympia-Bewerbung 2036: Bürger entscheiden über Vision mit grünen Spielstätten und Sozialtickets
Emma KrügerHamburg plantet Olympia mit grüner Schleife und erschwinglichen Tickets - Hamburgs Olympia-Bewerbung 2036: Bürger entscheiden über Vision mit grünen Spielstätten und Sozialtickets
Hamburgs Senat hat sein Bewerbungskonzept für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele finalisiert und ebnet damit den Weg für eine stadtweite Abstimmung Ende Mai. Das unter dem Titel "Eine Chance für alle" vorgestellte Vorhaben skizziert eine Vision mit bezahlbaren Tickets, neuen Sportstätten und einem Netzwerk aus Grünflächen, das die Wettkampfstätten in der gesamten Stadt verbindet.
Mit der Bewerbung konkurriert Hamburg gegen München, Berlin und Nordrhein-Westfalen um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Veranstalter versprechen eine Mischung aus günstigen und kostenlosen Eintritten für Zuschauer.
Laut Plan sollen zwei zentrale Standorte – der "Olympiapark Stadt" und der "Olympiapark Altona" – als Hauptschauplätze für die Wettbewerbe dienen. Ein besonderes Highlight ist eine Kletterwand, die entlang des südlichen Elbufers entstehen soll, während die Binnenalster die Eröffnungsfeier ausrichten und neue Sportarten wie Padel-Tennis und Stand-Up-Paddling präsentieren wird. Ein "grünes Band" aus Parks und Freiflächen soll die Austragungsorte verbinden und so Barrierefreiheit sowie Nachhaltigkeit fördern.
Finanziell kalkuliert die Stadt mit Kosten von 4,8 bis 4,9 Milliarden Euro, die vollständig durch Einnahmen aus Marketing, Sponsoring, Ticketverkäufen und Hospitality gedeckt werden sollen. Ein Überschuss von 100 Millionen Euro ist für lokale Sportprojekte vorgesehen. Kritiker verweisen jedoch auf Lücken im Haushalt, darunter 1,4 Milliarden Euro für Sicherheitsausgaben – vergleichbar mit den Kosten in Paris 2024 – sowie auf nicht berücksichtigte Inflationsrisiken in den Prognosen. Unabhängig davon sind 1,3 Milliarden Euro für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Schulmodernisierungen und Barrierefreiheitsprojekte eingeplant.
Die Ticketpreise bilden einen zentralen Bestandteil der Bewerbung: Eine Million ermäßigte Tickets sollen angeboten werden, zusätzlich gibt es freien Eintritt für Ehrenamtliche und einkommensschwache Gruppen. Das Konzept geht nun in ein Bürgerreferendum, in dem die Hamburger entscheiden, ob sie die Olympischen Ambitionen des Senats unterstützen.
Hamburgs Bewerbung verbindet sportliche Innovation, finanzielle Planung und Bürgerbeteiligung. Bei einer Zustimmung der Wähler würden die Spiele neue Sportstätten, Verkehrsprojekte und einen Fokus auf Bezahlbarkeit mit sich bringen. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Bürgern, die Ende Mai ihre Stimme abgeben.






