Hamburgs neuer Sparhaushalt trifft Bürger mit Gebühren und längeren Arbeitszeiten
Henry SeidelHamburgs neuer Sparhaushalt trifft Bürger mit Gebühren und längeren Arbeitszeiten
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat am Mittwoch einen strengen neuen Haushalt vorgestellt. Der Plan sieht scharfe Sparmaßnahmen vor, um ein Defizit von 600 Millionen Euro zu schließen – davon sollen 200 Millionen Euro durch zusätzliche Einnahmen gedeckt werden.
Die Arbeitszeit der Beamten wird auf 41 Stunden pro Woche erhöht, um so auf die Einstellung neuen Personals zur Besetzung freier Stellen verzichten zu können.
Gebühren für viele öffentliche Dienstleistungen steigen. Persönliche Anträge für Personalausweis und Reisepass decken künftig die vollen Kosten. Die Ummeldung des Wohnsitzes bleibt online kostenlos, auf dem Papierweg kostet sie jedoch 56 Euro, um die tatsächlichen Auslagen widerzuspiegeln.
Auch im Bildungs- und Verkehrsbereich gibt es Änderungen: Studierende zahlen 30 Euro mehr an Verwaltungsgebühren, und der Jahres-Schülerverkehrspass wird für 19 Euro angeboten. Der Preis für das Sozialticket ist bereits um 10 Euro auf 37,50 Euro gestiegen.
Trotz der Kürzungen bleiben kleinere Klassen und gebührenfreie Hochschulbildung erhalten. Ziel des Haushalts ist es, 600 Millionen Euro einzusparen und gleichzeitig 200 Millionen Euro durch neue Abgaben einzunehmen. Besonders ältere Menschen, einkommensschwache Haushalte oder Bürger ohne Internetzugang könnten mit den höheren Kosten Probleme bekommen. Die Maßnahmen treten in Kraft, während die Stadt daran arbeitet, ihre Finanzen zu konsolidieren.
