Hamburgs Müllprojekt ZRE: Kosten explodieren auf 750 Millionen Euro – Fertigstellung erst 2026
Emma KrügerHamburgs Müllprojekt ZRE: Kosten explodieren auf 750 Millionen Euro – Fertigstellung erst 2026
Hamburger Abfallwirtschaftsprojekt ZRE: Kosten explodieren, Fertigstellung verzögert sich um Jahre
Das Hamburger Abfallentsorgungsprojekt ZRE (Zentrum für Ressourcen und Energie) kämpft mit massiven Kostenüberschreitungen und Verzögerungen. Ursprünglich 2017 mit einem Budget von 280 Millionen Euro geplant, sollte die Anlage die Müllentsorgung modernisieren und die Klimaziele der Stadt unterstützen. Mittlerweile könnte sich der Endpreis auf 750 Millionen Euro belaufen – die Fertigstellung wird frühestens 2026 erwartet.
Noch im Dezember 2025 hatte die Behörde die Kosten auf 534 Millionen Euro beziffert. Doch bereits im Februar 2026 wurden weitere 51 Millionen Euro zusätzlich benötigt. Der Senat führt die steigenden Ausgaben auf unterschätzte Personalkosten, höhere Risikovorsorgen und Projektverzögerungen zurück.
Kritik gibt es vor allem am Aufsichtsrat, dem unter anderem Umweltsenatorin Katharina Fegebank sowie Vertreter der Finanzbehörde, der Handelskammer, des Mietervereins und der Arbeitnehmerseite angehören. Der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe warf dem Gremium vor, die Eskalation des Projekts und die Kostenexplosion von 300 Millionen Euro nicht rechtzeitig erkannt zu haben.
Es ist nicht der erste Finanzskandal unter der Umweltbehörde: Auch beim Kläschlamm-Behandlungswerk Vera II stiegen die Kosten von ursprünglich 146 Millionen Euro (2018) auf 325 Millionen Euro (2024) – mehr als das Doppelte.
Hamburgs ehrgeizige Klimaziele sehen vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 70 Prozent zu senken und bis 2040 nahezu klimaneutral zu werden. Das ZRE-Projekt sollte dazu beitragen. Doch die wiederholten Verzögerungen und die explodierenden Kosten werfen nun Fragen nach der Zukunft der Anlage und der Erfüllbarkeit der Umweltversprechen der Stadt auf.
