12 June 2026, 22:01

Hamburger Uni kämpft um Überleben: 30 Millionen Euro Defizit und drohende Studiengang-Schließungen

Uni Hamburg 'exzellent, aber pleite'

Hamburger Uni kämpft um Überleben: 30 Millionen Euro Defizit und drohende Studiengang-Schließungen

Die Universität Hamburg steckt in einer schweren Finanzkrise. Fast 7.000 Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Studierende und Promovierende haben am Donnerstag gegen Kürzungen und chronische Unterfinanzierung protestiert. Der Haushalt der Hochschule weist ein Defizit von 30 Millionen Euro auf – verursacht durch steigende Personalkosten und ungedeckte Ausgaben für IT-Sicherheit.

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Die Krise hat bereits jetzt dazu geführt, dass fast 35 Prozent der Promotionsstellen unbesetzt bleiben, da die Mittel fehlen. Noch in diesem Jahr wurden staatlich finanzierte Promotionsstipendien von einst 50 auf null gekürzt. Die Universitätsleitung hat alle acht Fakultäten angewiesen, ihre Budgets für 2025 und 2026 um jeweils 4,5 Prozent zu reduzieren.

Besonders hart trifft es die Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN): Hier drohen Kürzungen von bis zu 25 Prozent, was zu Entlassungen und der Schließung ganzer Institute oder Studiengänge führen könnte. Die Initiative AG Ausfinanzierung fordert eine Aufstockung des Grundhaushalts um 30 Millionen Euro sowie Anpassungen an steigende Lohn- und Materialkosten.

Der rot-grüne Senat Hamburgs wird bis Ende des Monats seinen Haushaltsentwurf für 2027 und 2028 finalisieren. Noch ist unklar, ob die geforderten 30 Millionen Euro berücksichtigt werden. Ohne Unterstützung der Stadt drohen der Universität bis 2032 strukturelle Kürzungen von mindestens 10,5 Prozent.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) wirft dem Senat vor, gezielt die Finanzierung von Studienbedingungen und Studiengängen zu verschlechtern. Durch Sparmaßnahmen werde zudem die Lehrkapazität sinken, da weniger wissenschaftliches Personal für die Lehre zur Verfügung stehe.

Die finanzielle Not der Universität wirkt sich bereits jetzt auf Promotionsstellen und Fakultätsbudgets aus. Ohne zusätzliche Mittel könnten weitere Kürzungen Lehre, Forschung und ganze Studiengänge gefährden. Die anstehende Haushaltsentscheidung des Senats wird über die Zukunftsfähigkeit der Hochschule entscheiden.

Quelle