Halle 4 wird zum wilden Wettzentrum der Fußball-WM – zwischen Döner und Gebeten
Henry SeidelHalle 4 wird zum wilden Wettzentrum der Fußball-WM – zwischen Döner und Gebeten
Halle 4 ist zum lebhaften Wettzentrum der FIFA-Weltmeisterschaft geworden. Hier werden auf jedes Spiel Wetten abgeschlossen – mehr als drei Dutzend pro Partie. Die Einsätze reichen von Essen wie Döner bis hin zu Dienstleistungen wie dem Tanken eines Autos.
Viele Wetterschwärmer glauben, dass das reine Herz eines Kindes nötig ist, damit Gebete wirken. Manche versuchen so, den Spielausgang zu beeinflussen. Doch nicht alle Gebete werden erhört – wie etwa bei Franck Ribérys schwacher Leistung für Frankreich trotz aller Fürbitten.
Das Eröffnungsspiel Deutschlands gegen Curaçao endete mit einem 7:1-Sieg – nach Gebeten und zusätzlichen „Spenden“ der Fans. Dennoch hat noch nie eine besonders religiöse Nation die Weltmeisterschaft gewonnen.
Das Wettfieber ist so groß, dass niemand während des Turniers Pause macht. Selbst die Bemühungen des Autors für die Nationalmannschaft bleiben vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) unbemerkt.
Die WM hat Halle 4 in ein pulsierendes Wettbüro verwandelt. Fans setzen weiter ihr Geld und ihre Hoffnungen – auf Wetten wie auf Gebete –, um die Ergebnisse zu ihren Gunsten zu lenken. Die Tradition hält sich, trotz durchwachsenem Erfolg.
