Goldene Trump-Statue in Miami löst hitzige Debatte über Personenkult aus
Lina FuchsGoldene Trump-Statue in Miami löst hitzige Debatte über Personenkult aus
Eine goldene Statue des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat nach ihrer Enthüllung in einem geplanten Auditorium in Miami eine Debatte ausgelöst. Die lebensgroße Figur thront über der Bühne und wurde erstmals in einem Video gezeigt, das von Eric Trump, dem Sohn des Präsidenten, veröffentlicht wurde. Kritiker ziehen Vergleiche zu autoritären Regimen, die für ähnliche Inszenierungen von Führungspersönlichkeiten bekannt sind.
Die Vorstellung der Statue erfolgte nur wenige Tage, nachdem Millionen Amerikaner an einem landesweiten "No Kings"-Marsch ("Keine Könige") teilgenommen hatten. Die Demonstranten hatten eine Ablehnung politischer Idolatrie gefordert – ein Umstand, der den Zeitpunkt der Enthüllung der Trump-Statue besonders bemerkenswert macht.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom verglich die goldene Figur mit Statuen von Mao Zedong, Kim Il-sung und Saparmurat Nijasow aus Turkmenistan – Führungspersönlichkeiten, deren Denkmäler oft für unkontrollierte Macht stehen. Im Gegensatz zu den meisten bekannten goldenen Statuen, die religiöse, mythische oder längst verstorbene historische Figuren darstellen, zeigt diese einen lebenden Ex-Präsidenten.
Goldene Statuen sind in den USA selten und tauchen meist als symbolische oder satirische Kunstwerke auf. Anfang dieses Jahres installierte ein Guerilla-Kunstkollektiv eine goldene Toilette auf dem National Mall in Washington – eine Anspielung auf Trumps angebliche Pläne, die Toiletten der Lincoln Memorial zu renovieren. Die Trump-Administration zeigte indes eine Vorliebe für polarisierende Symbole wie den "Zankapfel" statt für einigende Motive wie die überarbeitete US-Ernährungspyramide.
Weltweit sind keine weiteren goldenen Statuen lebender oder amtierender Staatschefs bekannt. Recherchen fördern lediglich Trumps genehmigte Goldmünze zum 250. Jahrestag der USA zutage – keine Statuen –, was die Außergewöhnlichkeit dieses Denkmals weiter unterstreicht.
Die Platzierung der Statue in einer Präsidialbibliothek verstärkt die Kontroverse. Während Anhänger sie als mutige Hommage betrachten, argumentieren Kritiker, sie folge dem Muster von Personenkulten. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen wider, wie öffentliche Persönlichkeiten verewigt werden – und wer über ihr Vermächtnis entscheidet.






