GEW fordert Ethik-Unterricht für Hamburger Grundschüler statt Religionslehre
Lina FuchsGEW fordert Ethik-Unterricht für Hamburger Grundschüler statt Religionslehre
In Hamburg drängt eine Gewerkschaft auf eine Reform des Religionsunterrichts an Schulen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, dass bereits Erstklässler zwischen Religionslehre und Ethik wählen können. Bisher besteht diese Wahlmöglichkeit erst ab der siebten Klasse.
Die GEW hat eine Petition mit 5.000 Unterschriften eingereicht. Darin wird verlangt, Ethik als Alternative zum Religionsunterricht ab der ersten Klasse anzubieten. Fredrik Dehnerdt, Pressesprecher der Gewerkschaft, kritisiert, dass das aktuelle System fünf anerkannte Religionen bevorzugt und andere benachteiligt. Zudem erhalten Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, oft keinen Ersatzunterricht.
Dehnerdt wirft Hamburg vor, gegen das Grundgesetz zu verstoßen, das auch die Freiheit von Religion schützt. Die Stadt hält am sogenannten Vocatio-Prinzip fest: Religionslehrer müssen einer Glaubensgemeinschaft angehören und werden offiziell von dieser bestellt. Im Hamburger Modell „RUfa“ werden Schüler aller Konfessionen gemeinsam unterrichtet.
Benjamin Krohn, Vertreter der Religionslehrer, lehnt die geplante Änderung ab. Er hält den Wahlmöglichkeit vor der siebten Klasse für verfrüht. Daten der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland zeigen, dass 2023 bereits 71,7 Prozent der Hamburger Bevölkerung konfessionslos waren.
Die Petition spiegelt eine wachsende Debatte über den Religionsunterricht an Hamburger Schulen wider. Sollte die Forderung durchgesetzt werden, hätten jüngere Schüler dieselben Optionen wie ältere. Die Diskussion berührt grundsätzliche Fragen zur Rolle der Religion im öffentlichen Bildungssystem.






