11 April 2026, 16:02

Fünf neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen die Straßenfußballkultur, das maßgeschneiderte Herren-Schneiderhandwerk sowie die Martinsfeiern im Rheinland. Vertreter aus Politik und Kultur betonten, wie diese Bräuche Gemeinschaften verbinden und eine geteilte Identität bewahren.

Mit den Neuzugängen umfasst die Liste nun 173 anerkannte Kulturformen. Jede von ihnen spiegelt die Kreativität und das gemeinsame Engagement der Menschen im ganzen Land wider.

Die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gaben die Erweiterungen bekannt. Vorschläge durchlaufen zunächst das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission, bevor sie in einem mehrstufigen Prüfverfahren endgültig beschlossen werden.

Die neuen Eintragungen decken ein breites Spektrum ab: Die Bolzplatz-Kultur, wie der Straßenfußball in Deutschland genannt wird, wurde ebenso aufgenommen wie das Handwerk der Maßschneider (Herrenschneiderhandwerk). Zudem erhielten die Martinsumzüge im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischfang in Ostsee und Boddengewässern offizielle Anerkennung.

Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstrich, dass immaterielles Kulturerbe dann gedeiht, wenn Menschen Traditionen im Alltag lebendig halten. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete diese Praktiken als die "lebendige Wurzel" der deutschen Kulturidentität. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass Kulturerbe dort entsteht, wo Menschen Wissen teilen und gemeinsam Kultur gestalten.

Deutschland hatte das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2013 ratifiziert. Die 2003 in Paris beschlossene Konvention zählt mittlerweile 185 Mitgliedstaaten. Das nationale Verzeichnis würdigt Kulturformen, die kreativ, inklusiv und wandlungsfähig sind.

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Die fünf neuen Traditionen ergänzen die wachsende Liste anerkannter Kulturpraktiken in Deutschland. Ihre Aufnahme zeigt, wie wichtig das Engagement der Gemeinschaft für die Bewahrung des Erbes ist. Das Verzeichnis wird weiter expandieren, sobald weitere lebendige Bräuche offizielle Anerkennung finden.

Quelle