Experten fordern: Wälder und Moore sollen kritische Infrastruktur werden
Emma KrügerExperten fordern: Wälder und Moore sollen kritische Infrastruktur werden
Ein Expertengremium, das die deutsche Bundesregierung berät, fordert die rechtliche Anerkennung natürlicher Infrastruktur als kritische Infrastruktur. Seen, Wälder und Moore sollten denselben Schutz genießen wie Straßen, Schienennetze und Energiesysteme. Mit diesem Schritt sollen Ökosysteme geschützt werden, die als Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremereignisse wirken.
Der Bericht des Gremiums betont die Rolle von Ökosystemen als natürliche Lebensgrundlage. Sie bieten essenziellen Schutz vor Umweltbedrohungen und unterstützen die zivile Verteidigung. Bisher gilt der Status kritischer Infrastruktur jedoch nur für von Menschen geschaffene Systeme – die Expertinnen und Experten fordern nun eine Änderung.
Zu den zentralen Empfehlungen gehört die Einstufung natürlicher Infrastruktur als kritisch und deren rechtlicher Schutz. Der Bericht schlägt zudem eine bundesweite Erfassung dieser Gebiete sowie den Aufbau von Frühwarnsystemen vor, um die Degradation von Ökosystemen frühzeitig zu erkennen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung lokaler Verantwortung im Naturschutz, wobei die Coral Triangle Initiative als Vorbild genannt wird.
Zur Finanzierung dieser Maßnahmen regen die Autorinnen und Autoren die Mobilisierung öffentlicher und privater Mittel an. Unternehmen, die von Klimarisiken betroffen sind, könnten freiwillige Investitionen tätigen. Darüber hinaus rät der Rat zu einem globalen Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft, um Emissionen zu reduzieren und die wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Der Bericht plädiert zudem dafür, das Bewusstsein für Umweltrisiken in die militärische Ausbildung zu integrieren. Zudem wird dem Nationalen Sicherheitsrat empfohlen, den Schutz natürlicher Infrastruktur priorisiert zu behandeln. Das Bundesinnenministerium warnt, dass das Versagen solcher Systeme zu schweren Versorgungsengpässen führen könnte.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Definition kritischer Infrastruktur um natürliche Systeme erweitern. Dies soll einen besseren Schutz für Ökosysteme gewährleisten, die für die zivile Verteidigung unverzichtbar sind. Die Empfehlungen zielen zudem darauf ab, langfristige Finanzierung und politische Unterstützung für die Umweltresilienz zu sichern.
