15 March 2026, 06:03

Elisabeth Kaiser kämpft gegen anhaltende Ost-West-Ungleichheit in Deutschland

Eine Europakarte mit verschiedenen Farben, die den Geschlechtergleichheitsindex für die Arbeit im Jahr 2017 darstellen, begleitet von erklärendem Text auf der linken Seite.

Ostkommissarin sieht weiterhin 'signifikante Ost-West-Unterschiede' und will Frauen stärken - Elisabeth Kaiser kämpft gegen anhaltende Ost-West-Ungleichheit in Deutschland

Elisabeth Kaiser, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, hat auf die anhaltenden Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland hingewiesen. Trotz Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bestehe nach wie vor ein erhebliches Gefälle bei Einkommen, Infrastruktur und sozialen Chancen, betont sie.

Ihre Aufgabe liegt nun darin, diese Kluft zu überbrücken und sicherzustellen, dass ostdeutsche Stimmen bei nationalen Entscheidungen Gehör finden.

Kaiser beschreibt die Wirtschaftsstruktur Ostdeutschlands als eine der größten Hürden. Die meisten Unternehmenszentralen hätten ihren Sitz im Westen, was den Osten benachteilige. Zudem verweist sie auf ein weit verbreitetes Gefühl unter Ostdeutschen, als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden.

Um diese Probleme anzugehen, hat sie die "Ostdeutschland-Dialoge" ins Leben gerufen. Die Initiative unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, Herausforderungen wie die Einführung von KI oder den Umstieg auf klimaneutrale Energie zu meistern. Kaiser unterstreicht, dass ihr Amt weiterhin unverzichtbar sei – angesichts der anhaltenden Unterschiede bei Wohlstand, Infrastruktur und sozialen Leistungen.

Doch es gehe nicht nur um Wirtschaft, so Kaiser. Gesellschaftliche Vielfalt werde oft nur oberflächlich und nicht als zentrale Priorität behandelt. Diese Haltung habe Fortschritte bei Gleichberechtigung und Emanzipation gebremst, ist sie überzeugt. Ihr Ziel ist es, eine ostdeutsche Perspektive – insbesondere eine "weibliche Sichtweise" – in zentrale Entscheidungsprozesse einzubringen.

Das Amt der Beauftragten wurde nach der Wiedervereinigung 1990 geschaffen, um die besonderen Herausforderungen Ostdeutschlands zu bewältigen. Kaisers aktuelle Arbeit konzentriert sich auf praktische Unterstützung für Unternehmen und die Forderung nach fairer Repräsentation. Dennoch räumt sie ein, dass tief verwurzelte Ungleichheiten weiterhin Aufmerksamkeit und Handeln erfordern.

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