Ehegattensplitting spart Steuerzahlern 25 Milliarden Euro – wer profitiert wirklich?
Moritz HartmannEhegattensplitting spart Steuerzahlern 25 Milliarden Euro – wer profitiert wirklich?
Deutschlands Ehegattensplitting spart Steuerzahlern jährlich rund 25 Milliarden Euro
Eine neue Analyse des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigt, wie sich diese Ersparnisse auf verschiedene Haushalte verteilen. Die Ergebnisse wurden in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt veröffentlicht.
Den größten Anteil der Steuervorteile – 66 Prozent – erhalten Eltern mit unterhaltsberechtigten Kindern, darunter Minderjährige oder junge Erwachsene in Ausbildung. Weitere 24 Prozent entfallen auf Eltern, deren Kinder bereits ihr Studium abgeschlossen haben und ins Erwachsenenleben eingetreten sind.
90 Prozent der gesamten Entlastung profitieren verheiratete Paare mit Kindern. Kinderlose Ehepaare hingegen machen 9 Prozent der Ersparnisse aus, was etwa 2,2 Milliarden Euro entspricht.
Das System begünstigt besonders Doppelverdiener-Haushalte, die 63 Prozent des Steuervorteils in Anspruch nehmen. Einverdiener-Familien erhalten dennoch 37 Prozent der Ersparnisse. Bei 11,3 Millionen Doppelverdiener-Haushalten und 2,2 Millionen Einverdiener-Haushalten würde eine Reform des Systems letztere am stärksten treffen.
Die IW-Studie unterstreicht, dass das Ehegattensplitting in Deutschland vor allem Familien mit Kindern und Doppelverdienern zugutekommt. Eine mögliche Neugestaltung könnte die finanzielle Belastung verschieben – insbesondere für Haushalte, die von einem einzigen Einkommen abhängen. Da ausreichende Vergleichsdaten fehlen, wurden die Zahlen nicht mit Vorjahren abgeglichen.






