Doppelhaushalt 2027/2028: Höheres Renteneintrittsalter und Steuerreformen beschlossen
Moritz HartmannDoppelhaushalt 2027/2028: Höheres Renteneintrittsalter und Steuerreformen beschlossen
Die deutsche Bundesregierung hat nach zähen Verhandlungen die wichtigsten Eckpunkte des Doppelhaushalts 2027/2028 finalisiert. Die Einigung, die mit fast zwei Wochen Verspätung zustande kam, umfasst weitreichende Änderungen bei Renten, Unternehmenssteuern und der Familienförderung. Mehrere Anpassungen werden in den kommenden zwei Jahren Arbeitnehmer, Unternehmen und die öffentlichen Ausgaben betreffen.
Eine der bedeutendsten Neuerungen betrifft das Renteneintrittsalter. Die Neos-Partei setzte erfolgreich eine Kopplung an die steigende Lebenserwartung durch. Künftige Rentner müssen demnach länger arbeiten, bevor sie Leistungen beziehen können.
Für Unternehmen ergeben sich gemischte finanzielle Auswirkungen. Die Körperschaftsteuer steigt für Firmen mit Gewinnen von über einer Million Euro. Gleichzeitig wird die Steuerentlastung für Unternehmen insgesamt auf rund 500 Millionen Euro geschätzt. Zudem sinken die Arbeitgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) um mindestens einen Prozentpunkt, was ihnen Einsparungen von zwei Milliarden Euro bringt.
Arbeitnehmer ab 60 Jahren müssen künftig erstmals in den FLAF einzahlen. Gleichzeitig werden die direkten Subventionen bis Ende 2026 um 23 Prozent gekürzt und damit auf das Niveau vor der Krise von 2019 zurückgeführt. Durch diese Maßnahmen plant die Regierung, im Jahr 2027 Konsolidierungseffekte von 1,5 Milliarden Euro und 2028 von 2,5 Milliarden Euro zu erzielen.
Im Bildungsbereich wird ab Herbst 2027 ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr eingeführt. Die Maßnahme ist Teil umfassender Reformen zur Neuausrichtung der Frühkindlichen Förderung und der Finanzierungsstrukturen.
Der Haushaltskompromiss legt klare finanzielle Weichenstellungen für die kommenden Jahre fest. Arbeitnehmer müssen mit einem höheren Renteneintrittsalter und neuen FLAF-Beiträgen rechnen, während Unternehmen sowohl Steuererhöhungen als auch Entlastungen erwarten. Die Konsolidierungspläne der Regierung sehen Kürzungen bei Subventionen und straffere Ausgaben vor, ergänzt durch Bildungsreformen, die 2027 in Kraft treten.






