Deutschland plant schärfere Alkoholregeln für Jugendliche unter 16 Jahren
Lina FuchsDeutschland plant schärfere Alkoholregeln für Jugendliche unter 16 Jahren
Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strenge Regeln vor. Demnach soll die bisherige Ausnahmebestimmung fallen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien begründet die geplante Änderung mit dem Schutz junger Menschen vor Suchtgefahren und gesundheitlichen Risiken.
Die Debatte über den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. Zwischen 2021 und 2026 führten Bedenken hinsichtlich der Gehirnentwicklung und Suchtproblematik zu einer strengeren Kontrolle der Altersgrenzen. Gesundheitsorganisationen starteten Aufklärungskampagnen, und Medienberichte wiesen auf steigende Krankenhausaufnahmen hin, die mit dem Konsum von Alkohol durch Minderjährige in Verbindung stehen – besonders in Großstädten wie Berlin und München. 2023 verabschiedete der Bundestag eine Resolution, die stärkere Präventionsmaßnahmen forderte.
Der neue Entwurf ändert das Jugendschutzgesetz und ist Teil einer umfassenderen Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Das Ministerium warnt, dass früher Alkoholkonsum zu aggressivem Verhalten, Vernachlässigung und langfristigen Gesundheitsschäden führen kann. Der Gesetzentwurf wird derzeit mit Beteiligten beraten; eine Abstimmung im Bundestag wird noch in diesem Jahr erwartet.
Falls das Gesetz verabschiedet wird, entfällt die Regelung zum "kontrollierten Trinken" für 14- und 15-Jährige. Die Bundesregierung sieht darin einen wichtigen Schritt, um Suchtrisiken bei Jugendlichen zu verringern. Die Reform steht zudem im Einklang mit laufenden Bemühungen, den Jugendschutz und den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz zu stärken.






