Deutsche Wirtschaft wächst 2023 nur um 0,6 Prozent – Energiepreise und Iran-Konflikt bremsen aus
Henry SeidelDeutsche Wirtschaft wächst 2023 nur um 0,6 Prozent – Energiepreise und Iran-Konflikt bremsen aus
Die Konjunkturaussichten Deutschlands haben sich nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes weiter eingetrübt. In ihrer aktuellen Prognose senkten sie die Wachstumserwartungen für 2023 auf nur noch 0,6 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber der früheren Schätzung von 1,3 Prozent. Als Hauptgründe für die Abschwächung nennen sie die steigenden Energiepreise sowie die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts.
Die überarbeiteten Zahlen stammen aus einem gemeinsamen Bericht von fünf renommierten Instituten: dem RWI Essen, dem DIW Berlin, dem ifo Institut München, dem IWH Halle und dem Kiel Institut für Weltwirtschaft. Noch vor etwa einem halben Jahr hatten sie für dieses Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent vorhergesagt. Nun verweisen sie auf die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise, die die Wirtschaft spürbar belasten.
Der Krieg im Iran hat die globalen Energiemärkte durcheinandergebracht, die Preise in die Höhe getrieben und damit Unternehmen wie Privathaushalte unter Druck gesetzt. Vor diesem Hintergrund korrigierten die Institute auch ihre Wachstumsprognose für 2026 nach unten – von 1,3 auf 0,6 Prozent. Für 2027 fällt die Einschätzung etwas optimistischer aus: Hier wird ein Wachstum von etwa 1 Prozent erwartet, was jedoch immer noch unter der früheren Prognose von 1,4 Prozent liegt.
Die aktualisierte Vorhersage unterstreicht die anhaltende Belastung der deutschen Wirtschaft durch externe Faktoren. Da die Energiepreise auf hohem Niveau verharren und die geopolitischen Spannungen ungelöst bleiben, dürfte das Wachstum in den kommenden Jahren gedämpft bleiben. Der Bericht der Institute macht deutlich, welche Herausforderungen auf Politik und Wirtschaft zukommen.






