Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas unterversorgte Märkte
Henry SeidelDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas unterversorgte Märkte
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengetan, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar zu starten. Die Initiative richtet sich an unterversorgte afrikanische Märkte, die mit bargeldlastigem Handel und begrenztem Betriebskapital kämpfen. Es handelt sich dabei um die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen.
Das neue Programm zielt darauf ab, die finanzielle Belastung afrikanischer Unternehmen zu verringern, indem es die Herausforderungen des bargeldbasierten Imports und der Lieferketten angeht. Diese Probleme schränken häufig das Wachstum ein und binden Mittel, die anderweitig genutzt werden könnten. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt die BII eine finanzielle Absicherung für lokale Partner der Deutschen Bank und stellt ein unfundiertes Risikobeteiligungsmodell bereit.
Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der viele internationale Banken ihr Engagement in Afrika zurückfahren. Zwischen 2020 und 2025 zogen sich oder reduzierten mindestens zwölf große Kreditgeber – darunter Standard Chartered, Barclays und HSBC – ihre Aktivitäten in West- und Ostafrika. Geringe Rentabilität, regulatorische Hürden und geopolitische Risiken trieben diesen Rückzug voran und ließen kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda mit noch weniger Finanzierungsmöglichkeiten zurück. Die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt, dass auf dem Kontinent jährlich eine Handelsfinanzierungslücke von 100 Milliarden US-Dollar besteht.
Unterdessen hat die Deutsche Bank Veränderungen in ihrer Führungsetage vorgenommen. Gerald Podobnik hat die Position des Co-Leiters der globalen Unternehmenssparte übernommen und arbeitet nun gemeinsam mit Michael Diederich. Er folgt auf Ole Matthiessen, der diese Rolle zuvor innehatte.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm konzentriert sich darauf, Lücken in der Handelsfinanzierung für afrikanische Unternehmen zu schließen. Durch die Risikoteilung mit der BII hofft die Deutsche Bank, lokale Institutionen zu stärken und die Wirtschaftstätigkeit in unterversorgten Regionen anzukurbeln. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.