29 March 2026, 08:02

Deutsche Bahn verspricht mehr Komfort – doch Pünktlichkeit bleibt Problemkind

Eine Gruppe von Menschen steht um einen Zug auf einem Gleis, einige sitzen im Zug und andere stehen außerhalb, in der Nähe von Gebäuden und Bäumen, mit Text unten lesend "Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland"

Deutsche Bahn verspricht mehr Komfort – doch Pünktlichkeit bleibt Problemkind

Deutsche Bahn stellt drei Aktionspläne für zufriedenere Fahrgäste vor

Die Deutsche Bahn hat drei neue Maßnahmenpakete präsentiert, um die Kundenzufriedenheit zu steigern. Die Initiativen sind Teil des Aktionsplans für zufriedene Kunden des Bundesverkehrsministeriums und zielen auf mehr Sauberkeit, Sicherheit und Komfort ab. Allerdings warnt der Konzernchef, dass sich die Pünktlichkeit wegen der maroden Infrastruktur vorerst kaum verbessern werde.

Die Sofortmaßnahmen konzentrieren sich auf saubere und sichere Bahnhöfe, besseren Reisekomfort im Fernverkehr sowie klarere Informationen bei Verspätungen oder Gleisänderungen. Damit sollen langjährige Ärgerpunkte der Fahrgäste angegangen werden.

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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat ein neues Pünktlichkeitsziel von 70 Prozent bis 2029 vorgegeben. Dies ersetzt das bisherige Vorhaben des früheren Vorstands, bis 2027 eine Quote von 75 bis 80 Prozent zu erreichen – ein Ziel, das Schnieder als unrealistisch bezeichnete. Selbst das angepasste Ziel gerät jedoch unter Druck, nachdem Extremwetter zu Beginn des Jahres 2026 den Betrieb schwer beeinträchtigt hatte. Kurzfristig wird die Pünktlichkeit auf dem Niveau von 2025 verharren: Im vergangenen Jahr fuhren nur rund 60 Prozent der Fernzüge planmäßig.

Gleichzeitig laufen große Infrastrukturprojekte an. Die Elbtalstrecke in Sachsen, darunter der Abschnitt von Bad Schandau nach Schöna, wird bis November 2026 modernisiert und teilweise gesperrt. Auch das Projekt Stuttgart 21 in Baden-Württemberg erfordert umfangreiche Sanierungen. Ein Sonderfonds stellt 2026 insgesamt 16,3 Milliarden Euro für Gleisausbau und 3,25 Milliarden Euro für Brücken und Tunnel bereit – wie viele Streckenabschnitte akut sanierungsbedürftig sind, bleibt jedoch unklar.

Minister Schnieder ging noch einen Schritt weiter und warnte, die anhaltenden Probleme der Bahn könnten das Vertrauen der Bürger in die Demokratie untergraben. Seine Äußerungen unterstreichen den Druck auf die Deutsche Bahn, trotz tiefgreifender struktureller Herausforderungen sichtbare Fortschritte zu erzielen.

Die neuen Aktionspläne sollen Reisen zuverlässiger und angenehmer machen. Doch angesichts stagnierender Pünktlichkeit und jahrelanger Sanierungsarbeiten ist mit weiteren Verspätungen und Störungen zu rechnen. Ob die Maßnahmen greifen, hängt sowohl von der Finanzierung als auch davon ab, ob die Bahn die anhaltende Infrastrukturbelastung in den Griff bekommt.

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