Corny Littmann feiert 50 Jahre Bühne – ein Leben für Theater und Aktivismus

Theaterdirektor Corny Littmann feiert 50 Jahre auf der Bühne - Corny Littmann feiert 50 Jahre Bühne – ein Leben für Theater und Aktivismus
Corny Littmann feiert im Januar 50 Jahre auf der Bühne – als Schauspieler, Regisseur und LGBTQ+-Aktivist hat er über Jahrzehnte die Hamburger Kulturszene geprägt. Seine Karriere umfasst Theater, Kabarett und gesellschaftliches Engagement und hinterlässt tiefgreifende Spuren in der deutschen Unterhaltungsbranche.
Geboren 1952 in Münster, zog Littmann mit 15 nach Hamburg. Dort gründete er 1976 gemeinsam mit anderen Brühwarm, Deutschlands erste offen schwule Theatergruppe. Jahre lang agierte er als Schauspieler, Regisseur und Kabarettist in der Truppe und etablierte sich als markante Stimme der queeren Kultur.
1982 schloss er sich mit Gunter Schmidt zusammen, um das Tourneekabarett Familie Schmidt ins Leben zu rufen. Programme wie deutsch, aufrecht, homosexuell gastierten zwei Jahre lang bundesweit. Am 8. August 1988 eröffneten die beiden dann das Schmidt Theater mit der Revue Sag „Bitte“ und ich singe. Der Spielort entwickelte sich schnell zu einer Bühne für provokantes, inklusives Entertainment. 1991 folgte mit Schmidts Tivoli ein größeres Theaterhaus, 2015 ergänzte das intime Schmidtchen für kleinere Produktionen das Ensemble. Einer ihrer größten Erfolge wurde die Schmidt Midnight Show, die durch Ausstrahlungen beim NDR bundesweite Bekanntheit erlangte. Littmann selbst führt häufig Regie und steht als Darsteller auf der Bühne – mit Vorliebe für „gebrochene Charaktere“, ambivalente Figuren, die beim Publikum ankommen.
Auch abseits der Bretter übernahm er öffentliche Verantwortung: Von 2003 bis 2010 präsidierte er den FC St. Pauli und nutzte die Position, um sich für LGBTQ+-Rechte und soziale Belange einzusetzen. Durch sein Wirken im Fußball und im Theater wurde er zu einer bekannten Persönlichkeit Hamburgs und darüber hinaus.
Sein 50. Bühnenjubiläum fällt in eine Zeit, in der seine Spielstätten – Schmidt Theater, Schmidts Tivoli und Schmidtchen – nach wie vor feste Größen des Hamburger Nachtlebens sind. Mit seinen Auftritten und seinem Aktivismus hat Littmann seinen Platz als Pionier der queeren Kultur in Deutschland gefestigt. Die Feierlichkeiten am 13. Januar würdigen eine Laufbahn, die von Kreativität, Widerstandsfähigkeit und Einsatz für die Gemeinschaft geprägt ist.



