Circus Group kämpft mit Verlusten trotz Milliarden-Auftragsbestand und KI-Kochrobotern
Moritz HartmannCircus Group kämpft mit Verlusten trotz Milliarden-Auftragsbestand und KI-Kochrobotern
Circus Group SE, Hersteller robotergesteuerter Küchen, steckt in finanziellen Turbulenzen – trotz ehrgeiziger Wachstumspläne. Der Konzern rechnet für 2025 mit einem operativen Verlust von 15 Millionen Euro, obwohl er einen theoretischen Auftragsbestand im Wert von 1,6 Milliarden Euro vorweist.
Das Unternehmen hat über den Auftragsfertiger Celestica bereits Produktionskapazitäten für Tausende Geräte aufgebaut. Doch die Umwandlung der 8.000 potenziellen Bestellungen in tatsächliche Verkäufe bleibt eine zentrale Hürde. Die Führungsetage strukturiert nun die Finanzierung um, um die Auslieferungen zu beschleunigen.
Um dringend benötigtes Kapital zu beschaffen, platzierte Circus Group kürzlich eine Mini-Anleihe über 1,67 Millionen Euro für die Produktion neuer Roboter. Zudem kooperiert das Unternehmen mit MMV Leasing, sodass Gastronomiebetriebe den KI-gesteuerten Kochroboter CA-1 nun leasen können.
Auch im Verteidigungsbereich gibt es Fortschritte: Die Bundeswehr testet die autonomen Systeme für die Truppenverpflegung, und die ukrainischen Streitkräfte haben den Kauf von bis zu 25 Einheiten vereinbart. Trotz dieser Entwicklungen ist der Aktienkurs seit Januar um über 53 Prozent eingebrochen und nähert sich damit einem 52-Wochen-Tief.
Für 2026 peilt Circus Group einen Umsatz zwischen 44 und 55 Millionen Euro an – nach voraussichtlich nur 250.000 Euro in diesem Jahr. Die Lücke zwischen aktueller Performance und langfristigen Zielen bleibt damit beträchtlich.
Die finanzielle Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss, mit weiteren Verlusten für das kommende Jahr. Der Erfolg hängt davon ab, ob es gelingt, den Auftragsbestand in Verkäufe umzumünzen und das Vertrauen der Investoren zu stabilisieren. Bis dahin bieten Produktionskapazitäten und Rüstungsaufträge zumindest eine Basis für künftiges Wachstum.






