Caritas fordert klimafreundliche Heizpflicht für Mietwohnungen gegen Energiearmut
Lina FuchsCaritas fordert klimafreundliche Heizpflicht für Mietwohnungen gegen Energiearmut
Die Caritas hat die Bundesregierung aufgefordert, gesetzliche Vorgaben für klimafreundliche Heizsysteme in Mietwohnungen einzuführen. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der steigende Energiepreise einkommensschwache Haushalte besonders belasten. Wie die Organisation betont, könnten moderne Heizanlagen langfristig die Kosten senken und die Abhängigkeit von den globalen Ölmärkten verringern.
Haushalte mit einem Monatsnettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro geben derzeit rund 10 Prozent ihrer Gesamtausgaben für Wohnenergie aus. Bei Einkommen über 5.000 Euro liegt dieser Anteil bei unter 5 Prozent. Diese Ungleichheit zeigt, wie stark ärmere Familien finanziell belastet sind – ein Befund, der auch im siebten Armuts- und Reichtumsbericht Deutschlands deutlich wird.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa unterstreicht die Vorteile von Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien. Diese böten langfristig stabile Preise und geringere Emissionen, so ihre Argumentation. Die Hilfsorganisation fordert zudem einen Ausbau von Beratungsangeboten wie dem "Energie-Check" sowie Reformen bei Sozialleistungen, um den Übergang zu erleichtern.
Bisher hat zwar noch kein Bundesland oder keine Kommune konkrete Sanierungspflichten eingeführt, doch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzt schrittweise Ziele. Neubauten in ausgewiesenen Gebieten müssen bereits einen 65-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien erfüllen. Für Bestandsgebäude gelten gestaffelte Vorgaben – 15 Prozent bis 2029, 30 Prozent bis 2035 und 60 Prozent bis 2040 –, sobald die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen ist.
Die Caritas betont, dass ein besserer Zugang zu staatlichen Hilfen wie dem Wohngeld entscheidend sei. Ohne stärkere Unterstützung drohten viele einkommensschwache Mieterhaushalte bei weiter steigenden Energiekosten noch weiter abgehängt zu werden.
Die vorgeschlagenen gesetzlichen Änderungen zielen darauf ab, Heizen bezahlbarer und nachhaltiger zu gestalten. Falls sie umgesetzt werden, müssten Vermieter ihre Anlagen modernisieren, während gleichzeitig sozial benachteiligte Haushalte geschützt würden. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie schnell diese Maßnahmen greifen.






