24 May 2026, 02:02

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz steigender Kosten und Kritik

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz steigender Kosten und Kritik

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Microsoft-Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert – und dabei trotz steigender Kosten die bisherigen Konditionen beibehalten. Die Vereinbarung, die nun bis zum 30. Juni 2027 läuft, ermöglicht Behörden weiterhin die Nutzung von Microsoft-Produkten, allerdings zu höheren Preisen. Kritiker bemängeln, dass damit eine Chance vertan wurde, die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verringern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Allein im Jahr 2022 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienstleistungen aus. Durch die Verlängerung können die Behörden weiterhin auf Microsoft 365 und andere Tools zugreifen, ohne dazu verpflichtet zu sein. Ab Juli 2026 steigen jedoch die Preise für das Bürosoftware-Paket Microsoft 365 um bis zu 13 Prozent.

Eigentlich hätte der Vertrag im Juni 2026 auslaufen können, doch stattdessen wurde er verlängert. Die Behörden müssen nun entweder die zusätzlichen Kosten tragen oder rechtzeitig auf Alternativen umsteigen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Entscheidung als „verpasste Gelegenheit“, um die Abhängigkeit von amerikanischen Anbietern zu reduzieren.

Anders als Frankreich, das Teile seiner Regierungsarbeit auf nicht-amerikanische Software umgestellt hat, erfasst Deutschland die Gesamtausgaben für US-Technologieunternehmen nicht flächendeckend über alle Verwaltungsebenen hinweg. Die aktuellen Zahlen beinhalten weder Landes- noch Kommunalbehörden noch andere große Unternehmen.

Der verlängerte Vertrag festigt Microsofts Position als zentraler Lieferant für die deutsche öffentliche Verwaltung. Die Behörden stehen nun vor der Wahl, die höheren Gebühren zu akzeptieren oder bis Mitte 2026 nach Alternativen zu suchen. Die Abhängigkeit der Regierung von US-Technologie bleibt damit mindestens ein weiteres Jahr unverändert.

Quelle