05 April 2026, 06:02

Berliner Linke plant radikale Mietpreisbremse für 400.000 Wohnungen

Schwarz-weißer Architekturentwurf eines Hauses in Berlin, annotiert mit Raumgrößen, Fenster- und Türpositionen sowie Raumanzahl.

Berliner Linke plant radikale Mietpreisbremse für 400.000 Wohnungen

Die Berliner Linke hat einen neuen Plan für eine Mietpreisbremse vorgelegt, der rund 400.000 Wohnungen betreffen soll. Das Vorhaben sieht vor, die Mieten für ein Jahr einzufrieren und spätere Erhöhungen streng zu begrenzen. Bei Annahme würde die Regelung fünf Jahre gelten, bevor eine Überprüfung stattfindet.

Zunächst sollen Mietsteigerungen für zwölf Monate ausgesetzt werden. Danach wären jährliche Erhöhungen auf maximal ein Prozent begrenzt, wobei einmalig innerhalb von zwei Jahren eine Anpassung um bis zu zwei Prozent möglich wäre. Mieten, die derzeit mehr als 20 Prozent über dem Referenzmietspiegel liegen, sollen auf nur noch zehn Prozent über dem Richtwert gesenkt werden.

Laut Berechnungen der Linken würde der einjährige Mietstopp die städtischen Wohnungsbaugesellschaften zwischen 35 und 55 Millionen Euro kosten. Die späteren Obergrenzen könnten ihre Einnahmen zusätzlich um 20 bis 40 Millionen Euro pro Jahr mindern. Um die Finanzlücke zu schließen, schlägt die Partei eine einmalige Kapitalzufuhr in die LWU (Landeswohnungsbaugesellschaft) vor sowie eine Trennung der Finanzierung von Neubauten und der bestehenden Bestandsverwaltung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch die Umlage von Modernisierungskosten auf die Mieter würde auf 1,50 Euro pro Quadratmeter begrenzt. Bei Neuvermietungen oder Wiedervermietungen dürften die Mieten den vorherigen Mietpreis nicht überschreiten oder maximal zehn Prozent unter dem örtlichen Mietspiegel liegen. Die Linke geht davon aus, dass dies den Berliner Mietspiegel insgesamt senken und den Druck auf den privaten Wohnungsmarkt verringern würde.

Eine ähnliche Regelung war im April 2023 ausgelaufen, nachdem die damalige Koalition aus unionsgeführter Mitte-Rechts-Partei und SPD höhere Mietsteigerungen zugelassen hatte.

Der neue Vorschlag würde sechs kommunale Wohnungsbaugesellschaften betreffen und bis zu einer Evaluierung nach fünf Jahren gelten. Sollte er umgesetzt werden, würde Berlin damit zu strengeren Mietkontrollen zurückkehren. Die Linke argumentiert, dass die Maßnahmen die Wohnkosten für Hunderttausende Mieter stabilisieren würden.

Quelle