30 March 2026, 20:02

Berlin erzwingt mehr Lehrstellen – doch Unternehmen protestieren gegen neue Abgabe

Logo der Berliner Finanzinitiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund.

Berlin erzwingt mehr Lehrstellen – doch Unternehmen protestieren gegen neue Abgabe

Berlin führt neue Ausbildungsabgabe ein, um Betriebe zu mehr Lehrstellen zu verpflichten

Berlin hat eine neue Ausbildungsabgabe eingeführt, um Unternehmen dazu zu bringen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. Die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Maßnahme bestraft Betriebe, die ihre Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Ab 2028 sollen dadurch jährlich rund 75 Millionen Euro eingenommen werden.

Die Regelung gilt für Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten. Sinkt ihre Ausbildungsquote unter 4,6 Prozent, müssen sie in einen zentralen Fonds einzahlen. 2023 erfüllten zwar nur 25 Prozent der Berliner Firmen die Zehn-Mitarbeiter-Grenze, doch ihre durchschnittliche Ausbildungsquote lag bei lediglich 3,1 Prozent – deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 4,6 Prozent.

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Kritik kommt von mehreren Wirtschaftsvertretern. Marius Meiners von Peec AI bezeichnete die Abgabe als "weitere Hürde" für ohnehin schon belastete Unternehmen. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, lehnte sie als "noch ein falsches Signal" aus Berlin ab und argumentierte, sein Unternehmen setze auf Automatisierung und moderne Schulungsmethoden statt auf klassische Lehrstellen.

Andere Unternehmer teilten die Bedenken. Agnieszka Walorska vom Fintech-Unternehmen Mika verwies auf ein grundlegendes Problem: das sinkende Interesse junger Menschen an Ausbildungsberufen. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, betonte, dass Start-ups oft keine passenden Positionen für solche Programme hätten – die Abgabe sei daher ungerecht.

Die neue Regel tritt 2028 in Kraft und richtet sich gegen Betriebe, die zu wenig ausbilden. Die eingenommenen Mittel sollen breite Berufsausbildungsprogramme fördern. Viele Unternehmen sehen darin jedoch eher eine zusätzliche Belastung als eine Lösung für den Fachkräftemangel.

Quelle