16 March 2026, 16:01

Bayern drohen massive Zugstreichungen wegen marodem Schienennetz der Deutschen Bahn

Eine alte Karte des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, die Text und Linien zeigt, die das Ausmaß der Bahnstrecke angeben.

Marode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Bayern drohen massive Zugstreichungen wegen marodem Schienennetz der Deutschen Bahn

Deutsche Bahn könnte Zugverbindungen in ganz Bayern streichen – wegen maroden Schienennetzes

Die Deutsche Bahn erwägt, Zugverbindungen in Bayern großflächig einzustellen, da sich der Zustand des regionalen Schienennetzes zunehmend verschlechtert. Die möglichen Streichungen sind das Ergebnis jahrelanger Unterfinanzierung; notwendige Reparaturen werden voraussichtlich noch bis ins nächste Jahrzehnt andauern. Nach einem nicht öffentlichen Treffen mit der Bahnführung versuchen Landesvertreter nun, die Krise in den Griff zu bekommen.

Die Warnung kam, nachdem der Verkehrsachar Jürgen Baumgärtner (CSU) Details aus einem vertraulichen Gespräch mit der DB-Chefin Evelyn Palla preisgegeben hatte. Demnach prüft das Unternehmen derzeit, ob Fahrten reduziert werden müssen, da viele Strecken in einem kritischen Zustand sind. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat zwar angekündigt, Streichungen wo immer möglich zu verhindern, räumte aber ein, dass die Lage ernst sei.

Die Deutsche Bahn plant, über 40 wichtige Streckenabschnitte zu sanieren – darunter zentrale Verbindungen in Bayern. Die Strecke Nürnberg–Regensburg bleibt bis zum 10. Juli 2026 gesperrt, die Verbindung Nürnberg–München wird vom 30. Oktober bis zum 12. Dezember 2026 vollständig unterbrochen. Das gesamte Sanierungsprogramm soll bis 2036 laufen.

Bernreiter hat bereits einen Vorschlag abgelehnt: die monatelange Sperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028. Philipp Nagl, Chef von DB Infrago, regte stattdessen an, die Streckenbelegung anzupassen, um Wartungsarbeiten und Fahrplananforderungen besser in Einklang zu bringen. Offizielle Bestätigungen zu konkreten Streichungen stehen noch aus; eine Mitteilung der Bahn wird in den kommenden Tagen erwartet.

Die Grünen fordern die Landesregierung auf, die Bahninfrastruktur umgehend mit zusätzlichen Mitteln auszustatten. Kritiker werfen der Politik vor, das Netz durch jahrelange Vernachlässigung in einen prekären Zustand gebracht zu haben – nun sei schnelles Handeln nötig, um langfristige Einschränkungen zu vermeiden.

Die endgültige Entscheidung der Deutschen Bahn über mögliche Streichungen steht kurz bevor. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, wären die Folgen für Pendler und Unternehmen, die auf die bayerischen Bahnverbindungen angewiesen sind, erhebliche. Der Freistaat steht nun unter Druck, die Sanierungen zu finanzieren und einen weiteren Vertrauensverlust in die Zuverlässigkeit des Netzes zu verhindern.

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