Bayer zwischen Roundup-Prozessen und Kerendia-Erfolgen: Ein Jahr der Entscheidungen
Lina FuchsBayer zwischen Roundup-Prozessen und Kerendia-Erfolgen: Ein Jahr der Entscheidungen
Bayer steht vor einem entscheidenden Jahr mit weitreichenden rechtlichen und medizinischen Entwicklungen. Das Pestizid Roundup bleibt weiterhin in der Kritik, während die Pharmasparte des Konzerns mit dem Medikament Kerendia Fortschritte meldet. Anleger richten ihren Blick nun auf Gerichte und Kliniken, wo Entscheidungen anstehen, die die Zukunft des Unternehmens prägen könnten.
Vor dem Hintergrund finanzieller Belastungen – darunter ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 – ist der Aktienkurs des Konzerns nach positiven Nachrichten aus einer Arzneimittelstudie um 4,71 % auf 40,25 Euro gestiegen.
Am 1. April 2026 wird der Oberste Gerichtshof der USA mündliche Verhandlungen zu Warnhinweisen auf Roundup führen. Eine endgültige Entscheidung wird bis Mitte Juni desselben Jahres erwartet. Anleger verfolgen den Fall mit großer Aufmerksamkeit, da er Auswirkungen auf den Schutz der Glyphosat-Lieferkette und die laufenden Prozesskosten haben könnte.
Unterdessen hat Bayers Pharmasparte einen wichtigen Meilenstein mit Kerendia erreicht. Das ursprünglich vom Unternehmen entwickelte und bereits von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Medikament erfüllte in einer Studie zu nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung sein primäres Ziel. Dieser Erfolg ebnet den Weg für einen Antrag auf Erweiterung der Zulassung bei der FDA. Bei einer Genehmigung würde sich der potenzielle Markt für Kerendia deutlich vergrößern.
Trotz finanzieller Herausforderungen – darunter eine Nettoverschuldung von 30 Milliarden Euro – zeigt sich die Pharmasparte widerstandsfähig. Auf der Hauptversammlung, die ebenfalls für den 1. April 2026 angesetzt ist, werden die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen.
Die kommenden Monate werden für Bayer von entscheidenden Weichenstellungen geprägt sein. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zu Roundup könnte die rechtlichen Risiken verändern, während eine mögliche Zulassungserweiterung für Kerendia die Pharmaumsätze steigern könnte. Beide Entwicklungen werden die Bemühungen des Konzerns beeinflussen, seine Finanzen zu stabilisieren und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.






