Batteriespeicher-Projekte scheitern an überlasteten Netzen und Bürokratie
Emma KrügerBatteriespeicher-Projekte scheitern an überlasteten Netzen und Bürokratie
Großprojekte für Batteriespeicher in Deutschland kämpfen mit massiven Verzögerungen bei der Netzanschluss-Sicherung zu bezahlbaren Konditionen. Überlastete Netze, Personalmangel bei den Betreibern und komplexe Vorschriften bremsen den Fortschritt aus. Experten warnen nun, dass ohne Reformen selbst wirtschaftlich tragfähige Vorhaben von den Netzbetreibern mit Monopolstellung blockiert werden könnten.
Viele Projektentwickler berichten von langen Wartezeiten und hohen Kosten, wenn sie Batteriespeichersysteme an das Stromnetz anschließen wollen. Dabei spielen diese Anlagen eine zentrale Rolle, um die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien auszugleichen und die Netze zu entlasten. Doch die ohnehin überlasteten Netzbetreiber kommen mit der Bearbeitung der Anträge oft kaum nach.
Nadine Bethge vom Branchenverband bne fordert einen verbindlichen, bundesweiten Rahmen, um die Anschlussbedingungen in den deutschen Verteilnetzen zu vereinheitlichen. Ohne klare Regeln könnten Monopolisten Projekte ablehnen, die eigentlich die Netzstabilität stärken würden, warnte sie. Ihre Bedenken teilt Leandra Boes von Green Flexibility, die betont, dass das aktuelle System den wachsenden Anforderungen nicht gewachsen sei.
Boes unterstrich die Notwendigkeit einer besseren Zusammenarbeit zwischen Speicherentwicklern und Netzbetreibern, um lokale Gegebenheiten realistisch zu bewerten. Mit ihrer Initiative "Regiolink" bietet ihr Unternehmen standardisierte Verträge an, die auf verschiedene Netztypen zugeschnitten sind und Genehmigungsverfahren beschleunigen sollen. Beide Expertinnen sind sich einig, dass flexible Anschlussvereinbarungen (engl. Flexible Connection Agreements, FCAs) helfen könnten – allerdings nur, wenn Betreiber und Regulierungsbehörden enger zusammenarbeiten.
Die Verzögerungen gefährden den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, denn Batteriespeicher sind essenziell für die Netzstabilität. Standardisierte Verträge und eine intensivere Branchenkooperation könnten die Anschlusszeiten und -kosten deutlich senken. Ohne Reformen drohen jedoch auch wirtschaftlich sinnvolle Projekte weiterhin an unnötigen Hürden zu scheitern.






