24 May 2026, 14:06

Autor gewinnt Prozess nach Beleidigung von Philipp Amthor – doch das Gesetz bleibt umstritten

Beleidigungen gegen Politiker

Autor gewinnt Prozess nach Beleidigung von Philipp Amthor – doch das Gesetz bleibt umstritten

Ein deutscher Autor hat einen juristischen Sieg errungen, nachdem er wegen Beleidigung des Politikers Philipp Amthor in einem Tweet aus dem Jahr 2020 angeklagt worden war. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein umstrittenes Gesetz, das Beamte und Amtsträger vor Diffamierung schützen soll. Der Autor warnt nun, dass ähnliche Vorwürfe ohne rechtliche Unterstützung auch unschuldige Bürger unfair treffen könnten.

Der Streit begann vor vier Jahren, als der Autor Amthor auf Twitter als „rassistischen Arsch“ bezeichnete. Der Kommentar folgte auf eine Äußerung des CDU-Politikers, in der er suggeriert hatte, Geflüchtete würden das deutsche Sozialsystem ausnutzen. Obwohl Amthor selbst keine Anzeige erstattete, verfolgten die Staatsanwälte in Koblenz den Fall nach Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs, der die „Würde des öffentlichen Amtes“ schützt und eine Verjährungsfrist von fünf Jahren vorsieht.

Gegen den Autor wurde ein Strafbefehl erlassen – ein gängiges juristisches Mittel, das eine Verurteilung ohne Gerichtsverfahren ermöglicht, sofern innerhalb von zwei Wochen kein Widerspruch eingelegt wird. Zwar wurde das Verfahren schließlich eingestellt, doch der Autor argumentierte, das Gesetz berge die Gefahr, eher Hass auf Politiker zu schüren, als sie zu schützen. Zudem verwies er darauf, dass es trotz einer Prüfung keine Konsequenzen gab, als eine Person die AfD-Politikerin Anna Leisten als „Nazi“ bezeichnete.

Der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit hatte Paragraf 188 bereits zuvor kritisiert, da er die freie Rede einschränken könne. Der Autor zeigte sich zwar erleichtert über den Ausgang des Verfahrens, betonte jedoch, dass sozial benachteiligte Angeklagte ohne juristische Kenntnisse kaum eine Chance hätten, sich gegen solche Vorwürfe zu wehren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Urteil lässt Paragraf 188 zwar unangetastet, doch seine Anwendung bleibt umstritten. Der Fall des Autors zeigt, wie Strafverfolgungen im öffentlichen Interesse selbst ohne direkte Anzeige betrieben werden können. Rechtsexperten fragen sich weiterhin, ob das Gesetz den Spagat zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angemessen meistert.

Quelle