Aurubis setzt auf radikale Klimaziele – doch die Aktie schwächelt trotz Nachhaltigkeitserfolgen
Moritz HartmannAurubis setzt auf radikale Klimaziele – doch die Aktie schwächelt trotz Nachhaltigkeitserfolgen
Aurubis verschärft Umwelt- und Finanzziele mit ehrgeizigen Plänen bis 2030
Der Kupferproduzent Aurubis hat seine ökologischen und finanziellen Verpflichtungen mit ambitionierten neuen Zielen für das Jahr 2030 gestärkt. Das Unternehmen strebt an, seine direkten Emissionen zu halbieren und gleichzeitig die Recyclingquoten deutlich zu steigern. Trotz der fortschreitenden Nachhaltigkeitserfolge hat die Aktie in den letzten Wochen jedoch an Wert verloren.
Im März 2026 veröffentlichte Aurubis erstmals ein eigenständiges ESG-Faktenbuch für institutionelle Anleger. Der Bericht bündelt zentrale Kennzahlen nach den Standards ESRS und GRI und ist speziell auf die Anforderungen von ESG-Ratingagenturen zugeschnitten.
Die Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens wurden mit Spitzenbewertungen honoriert: EcoVadis verlieh Aurubis die Platin-Medaille mit 85 von 100 Punkten und platzierte das Unternehmen damit in den globalen Top 1 %. Auch die Organisation CDP zeichnete Aurubis für 2025 mit einem B im Klimaschutz und einem A-Minus in Wassersicherheit aus.
Konkrete Ziele bis 2030 umfassen eine 50-prozentige Reduktion der absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen, eine Verringerung der Scope-3-Emissionen um 24 Prozent sowie einen Recyclinganteil von bis zu 50 Prozent bei den Kathoden. Bereits jetzt liegt der CO₂-Fußabdruck der Aurubis-Kupferkathoden mehr als 60 Prozent unter dem globalen Durchschnitt von Kupferschmelzen.
Die finanziellen Investitionen in den Umweltschutz bleiben beträchtlich: Im Geschäftsjahr 2024/25 gab das Unternehmen 155,4 Millionen Euro aus – die kumulierten Umweltinvestitionen belaufen sich seit dem Jahr 2000 auf 1,172 Milliarden Euro. Gleichzeitig hob Aurubis die Finanzprognose für 2025/26 an und erwartet nun ein operatives Ergebnis vor Steuern von 375 bis 475 Millionen Euro.
Dennoch hat sich die Marktperformance abgeschwächt: Die Aktie verlor seit ihrem 52-Wochen-Hoch von 172,90 Euro Ende Februar rund 12 Prozent und notierte Mitte März bei 152,70 Euro.
Aurubis bleibt weiterhin auf Nachhaltigkeitskurs und passt gleichzeitig seine finanziellen Prognosen an. Das neue ESG-Faktenbuch und die herausragenden Bewertungen unterstreichen die Fortschritte bei der Emissionsreduktion und Ressourceneffizienz. Gleichzeitig werden Anleger beobachten, ob sich der aktuelle Kursrückgang in den kommenden Monaten stabilisiert.






