Aschura-Marsch in Berlin löst Empörung wegen Kinderbeteiligung aus
Moritz HartmannAschura-Marsch in Berlin löst Empörung wegen Kinderbeteiligung aus
Eine schiitische religiöse Kundgebung in Berlin hat scharfe Kritik ausgelöst, nachdem Kinder an einer umstrittenen Nachstellung teilgenommen hatten. Bei der Veranstaltung zum Aschura-Fest versammelten sich rund 600 Teilnehmer bei extremer Hitze. Einige von ihnen mussten aufgrund der hohen Temperaturen medizinisch versorgt werden.
Während des Aschura-Marsches wurden Kinder aneinandergebunden und folgten einem in Gelb gekleideten Mann. Diese Darstellung einer historischen Entführung löste sofortige Empörung aus. Die Polizei verbot die Aufführung umgehend, und der Veranstalter brach die Szene ab.
Die Kundgebung verlief im Übrigen ohne größere Störungen. Die Behörden bestätigten, dass weder in den Rufen, Reden, Transparenten noch bei Flaggen strafrechtlich relevanter Inhalt zu erkennen war. Die Organisatoren sagten jedoch eine geplante Abschlusskundgebung ab und unterbrachen den Marsch, um den Teilnehmern bei über 40 Grad eine Pause zum Ausruhen und Trinken zu ermöglichen.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger verurteilte die Einbindung der Kinder scharf. Es sei inakzeptabel, sie bei solchen Aufmärschen zu instrumentalisieren oder auszunutzen. Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus kritisierte die Veranstaltung als islamistisch und warf den Teilnehmern vor, extremistische Symbole zu unterstützen.
Die Kundgebung endete ohne Festnahmen, doch mehrere Teilnehmer benötigten medizinische Hilfe. Die Beteiligung der Kinder an der Nachstellung bleibt der zentrale Streitpunkt. Sowohl Behörden als auch Kritiker äußerten sich deutlich ablehnend über die Szene.
