15 March 2026, 00:03

Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch Reformen werden gefordert

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße unten.

Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch Reformen werden gefordert

Apothekenversorgung in Deutschland bleibt weitgehend stabil – trotz leichter Verschlechterung der fußläufigen Erreichbarkeit

Trotz eines leichten Rückgangs der zu Fuß erreichbaren Apotheken bleibt die Versorgung in Deutschland weitgehend stabil. Studien zufolge könnten auch 2025 fast alle Bürgerinnen und Bürger eine Apotheke mit dem Auto innerhalb von 15 Minuten erreichen. Dennoch wachsen die Sorgen über die schrumpfende Zahl lokaler Apotheken – und es gibt Forderungen nach einer Reform der Finanzierung.

Daten der Barmer, einer der größten Krankenkassen Deutschlands, sowie eine Studie des Iges-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes zeigen nur geringe Veränderungen bei der Erreichbarkeit von Apotheken. Zwischen 2020 und 2025 sank der Anteil der Menschen, die eine Apotheke innerhalb von fünf Gehminuten erreichen können, um 0,7 Prozentpunkte auf 5,3 %. Das bedeutet, dass etwa eine halbe Million Bürger keine Apotheke mehr in fünf Minuten zu Fuß erreichen können, während 1,7 Millionen keine Apotheke innerhalb von 15 Gehminuten haben.

Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Gesamtversorgung gut: 2025 könnten 99,9 % der Deutschen eine Apotheke mit dem Auto in 15 Minuten oder weniger erreichen – ein Rückgang um nur 0,6 Prozentpunkte seit 2020. Rund 73.000 Menschen (0,1 % der Bevölkerung) müssen längere Fahrzeiten in Kauf nehmen, 10.000 mehr als 2020. Das Iges-Institut fand zudem keine Hinweise darauf, dass ländliche Regionen überproportional von Schließungen betroffen sind. Stattdessen führen die Autoren die Entwicklungen auf Marktkonzentration und Wettbewerb zurück.

Der GKV-Spitzenverband drängt nun auf Änderungen bei der Apothekenfinanzierung. Vorgeschlagen wird eine niedrigere Festvergütung für Apotheken mit hohem Umsatz und ein höherer Satz für solche mit geringeren Verkaufszahlen. Zudem soll der variable Anteil der Vergütung gedeckelt und die bestehenden Mittel gerechter verteilt werden. Dies, so die Argumentation, würde helfen, die flächendeckende Arzneimittelversorgung zu sichern.

Aktuell haben noch fast zwei Drittel der Arztpraxen eine Apotheke in zehn Gehminuten Entfernung. Über 90 % können eine Apotheke mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichen. Die gesetzlichen Krankenkassen weisen Vorwürfe zurück, wonach der Rückgang lokaler Apotheken die Versorgung der Bevölkerung spürbar beeinträchtige.

Die Studien bestätigen, dass die Apothekenversorgung in Deutschland nach wie vor auf hohem Niveau liegt – auch wenn in einigen Regionen die Wege etwas länger werden. Die vom GKV-Spitzenverband vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, die zukünftige Verfügbarkeit durch eine angepasste Finanzierungsstruktur zu sichern. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie helfen, die wirtschaftlichen Belastungen der Apotheken auszugleichen und gleichzeitig den breiten Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten zu erhalten.

Quelle