AOK-Chefin verdient 320.000 Euro – doch das Gesundheitssystem sei chronisch unterfinanziert
Henry SeidelAOK-Chefin verdient 320.000 Euro – doch das Gesundheitssystem sei chronisch unterfinanziert
Carola Reimann, die Chefin des AOK-Bundesverbandes, bezieht ein Jahresgehalt von 320.000 Euro. Hinzu kommt eine beträchtliche Zusatzrente. Dennoch betont sie immer wieder in Gesprächen mit Ärzten und Apothekern, dass die Mittel im Gesundheitswesen knapp seien.
Reimanns Vergütung sticht unter den Spitzenkräften der größten deutschen Krankenkassenverbände hervor. Zwar sind die genauen Gehaltsranglisten für 2022 nicht vollständig transparent, doch zu den weiteren Topverdienern zählen etwa Jens Martin Hoyer von der AOK Rheinland-Hamburg mit 297.400 Euro Jahresgehalt sowie einer Rentenaufbesserung von 93.994 Euro. Michael Lempe von der hkk erhielt 287.104 Euro, und Christine Enenkel von der Bahn-BKK bezog 195.000 Euro zuzüglich eines Bonus von 45.000 Euro.
Trotz dieser Zahlen argumentiert Reimann, dass Haushaltsengpässe höhere Zahlungen an Leistungserbringer im Gesundheitsbereich unmöglich machten. Ihre Aussagen fallen in eine Zeit, in der Apotheker und Ärzte unter anhaltendem finanziellen Druck im System stehen.
Der Kontrast zwischen den Managergehältern und den Klagen über knappe Mittel sorgt für Aufsehen. Reimanns Einkommen und Rentenansprüche liegen selbst im Vergleich zu ihren Kollegen deutlich über dem Durchschnitt. Gleichzeitig fordern Gesundheitsfachkräfte weiterhin bessere finanzielle Rahmenbedingungen für den Sektor.