09 May 2026, 02:01

Amos Oz' Kibbuz-Geschichten erweckt ein literarischer Abend zum Leben

Ein Plakat mit einer detaillierten Karte Israels mit geographischen Merkmalen und Städtenamen, begleitet von Text in Englisch und Hebräisch.

Amos Oz' Kibbuz-Geschichten erweckt ein literarischer Abend zum Leben

Ein literarischer Abend in Bergisch Gladbach bringt Amos Oz’ Geschichten zum Leben – am 13. Mai

Am 13. Mai lässt ein literarischer Abend in Bergisch Gladbach die Erzählungen von Amos Oz aufleben. Der Schauspieler Hein Haun wird aus Zwischen Freunden lesen, einer Sammlung, die das Leben in einem Kibbuz der 1950er-Jahre erkundet. Begleitet wird die Lesung von Live-Musik: Arne Meinhardt an der Ziehharmonika und Anaïs am Cello.

Haun wird einen Ausschnitt aus Esperanto vortragen, einer von acht Geschichten des Buches. Die Erzählung folgt Martin, einem Schuhmacher, der beharrlich seinen Traum verfolgt, im Kibbuz eine Esperanto-Gruppe zu gründen – trotz Skepsis und Widerstand. Die Lesung verspricht, die Spannungen und Ideale des gemeinschaftlichen Lebens in Israels frühen Jahren greifbar zu machen.

Die ersten Kibbuzim entstanden im Heiligen Land lange vor der Gründung Israels am 14. Mai 1948. Diese kollektiven Siedlungen lehnten Privateigentum und Geld ab und setzten stattdessen auf geteilte Arbeit und Ressourcen. Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen, jeder trug nach seinen Fähigkeiten bei.

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In Zwischen Freunden untersucht Amos Oz die alltäglichen Kämpfe dieser Gemeinschaften in den späten 1950er-Jahren. Die Geschichten zeigen, wie die menschliche Natur oft mit dem Kibbuz-Ideal von Gleichheit und Zusammenarbeit kollidierte. Viele dieser Experimente des kollektiven Lebens scheiterten mit der Zeit an persönlichen Ambitionen und Konflikten.

Der Abend in Bergisch Gladbach rückt Esperanto in den Fokus – eine Geschichte, die sowohl den Idealismus als auch die Dickköpfigkeit ihrer Figuren einfängt. Martin, der Schuhmacher, gibt seinen Traum nicht auf, selbst wenn andere ihn als unrealistisch abtun. Seine Beharrlichkeit spiegelt ein zentrales Thema in Oz’ Werk wider: die Kluft zwischen Träumen und Wirklichkeit in einer auf gemeinsames Opfer gegründeten Gesellschaft.

Begleitet wird die Lesung von den Musikern Arne Meinhardt und Anaïs, deren Klänge die Atmosphäre des Abends bereichern. Der Veranstaltungsort, das Rathaus, bietet einen passenden Rahmen für eine Reise durch Geschichte, Literatur und die Komplexität des Gemeinschaftslebens.

Die Aufführung gewährt dem Publikum einen Einblick in eine prägende Epoche der israelischen Geschichte. Durch Oz’ Worte und Hauns Vortrag rücken die Herausforderungen des Kibbuz-Lebens – seine Ideale wie seine Widersprüche – in den Mittelpunkt. Beginn ist um 19:30 Uhr, Karten sind über die Website des Rathauses erhältlich.

Quelle