14 March 2026, 00:04

Alternative Gewerkschaft Zentrum erobert erstmals Sitze bei Volkswagen-Betriebsrat

Eine Zeichnung des Hauptsaals des Deutschen Bundestages in Berlin, Deutschland, mit einer Flagge darauf, begleitet von beschreibendem Text.

Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Alternative Gewerkschaft Zentrum erobert erstmals Sitze bei Volkswagen-Betriebsrat

Die Gruppe Zentrum hat erstmals Sitze in einem Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Organisation, die sich selbst als "alternative Gewerkschaft" bezeichnet, gewann zwei Mandate im Werk Braunschweig des Konzerns. Dies markiert eine neue Etappe in ihrem wachsenden Einfluss bei deutschen Automobilherstellern.

Die Wahlergebnisse fallen in eine Phase, in der Zentrum seine ursprüngliche Basis bei Mercedes-Benz ausbaut, wo die Gruppe 2009 gegründet wurde.

Vor 15 Jahren entstand Zentrum als Zentrum Automobil im Mercedes-Werk Stuttgart-Untertürkheim. Seither hat es in Betriebsräten der Branche an Gewicht gewonnen. Bis 2022 hielt die Gruppe bundesweit 20 Sitze – vor allem in Mercedes-Standorten wie Untertürkheim und Sindelfingen, aber auch bei BMW in Leipzig und Porsche in Leipzig. Kürzlich kamen zwei weitere Mandate im Werk Daimler Untertürkheim hinzu.

Im Volkswagen-Werk Braunschweig trat Zentrum erstmals mit einer eigenen Liste an. Bei der Wahl erreichte die Gruppe 6,49 Prozent der Stimmen und sicherte sich damit zwei der 35 Sitze. Die IG Metall dominierte mit 78,5 Prozent und 28 Mandaten, während die Christliche Metallarbeiter-Gewerkschaft (CGM) auf 15 Prozent und fünf Sitze kam.

Insider des Volkswagen-Konzernbetriebsrats wiesen darauf hin, dass Zentrum selbst mit mehr Kandidaten keine zusätzlichen Sitze gewonnen hätte. Die Gruppe, die oft mit der rechtspopulistischen AfD in Verbindung gebracht wird, verfügt nun in den Betriebsräten deutscher Autokonzern über mindestens 29 Mandate.

Die Wahlergebnisse bestätigen die schrittweise Ausweitung von Zentrum auf neue Standorte. Mit den Sitzen in Braunschweig kommt zu den bestehenden Mandaten bei Mercedes, BMW und Porsche ein weiterer Baustein hinzu. Die Gruppe baut ihren Einfluss in der deutschen Automobilindustrie weiter aus.

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