Ainetters neuer Krimi entlarvt die dunklen Seiten der Berliner Machtelite
Emma KrügerAinetters neuer Krimi entlarvt die dunklen Seiten der Berliner Machtelite
Wolfgang Ainetters neuer Krimi Einheit, Gerechtigkeit und Rache entführt die Leser in die undurchsichtige Welt der politischen Macht. Vor dem Hintergrund der Berliner Elite entfaltet sich die Handlung mit beißendem Spott und einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber den Mächtigen. Das bei Haymon erschienene Buch umfasst 352 Seiten und kostet 14,95 Euro.
Die Handlung beginnt beim Bundespresseball im legendären Berliner Hotel Adlon. Zwei prominente Persönlichkeiten – ein weitverhasster Bundeskanzler und ein übersehener Finanzminister – werden tot aufgefunden. Ihre Morde lösen eine Kettenreaktion aus politischem Chaos und Medienhysterie aus.
Der erfahrene Ermittler André Heidergott aus Wien wird mit den Ermittlungen beauftragt. Unter unerbittlichem Druck bewegt er sich durch ein Netz aus radikalen Gruppierungen, Hinterzimmerabsprachen und unkontrolliertem Medieneinfluss. Je tiefer er gräbt, desto mehr kommt die Kleinlichkeit und Korruption ans Licht, die sich hinter den Fassaden der Mächtigen verbergen.
Ainetter, ehemaliger Journalist und heute hoher Beamter, schreibt mit einem Ton, der nur so vor Verachtung für die politische Elite trieft. Die Einleitung des Romans enthält sogar eine augenzwinkernde Distanzierung: Die Geschichte sei so wahr wie die Wahlversprechen von Friedrich Merz, und alle Figuren bestreiten vehement, dass es sie gibt.
Für Ainetter ist dies nicht der erste Ausflug in die politische Satire. Schon seine frühere Kanzlei-Thriller-Reihe, darunter Der Kanzler (2018), legte die Abgründe der deutschen Politik offen und zeigte sie als Brutstätte von Korruption und Manipulation. Besonders die Medienmacht wird als Werkzeug zur Verbreitung von Desinformation dargestellt – was Debatten darüber auslöst, wie nah seine Fiktion der Realität tatsächlich kommt.
Der Roman gipfelt in einer schonungslosen Abrechnung mit jenen, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Mehr als nur Satire entlarvt er die Zerbrechlichkeit der Macht und die Absurdität politischer Posen. Einheit, Gerechtigkeit und Rache hinterlässt bei den Lesern die Frage, wo die Fiktion aufhört und die Realität beginnt.






