31 May 2026, 06:01

AfD vor Machtgewinn: Umfrage zeigt gespaltenes Deutschland vor Landtagswahlen 2026

INSA-Umfrage: Mehrheit erwartet AfD an Regierungsspitze nach Landtagswahlen - Deutsche bevorzugen CDU-Allianz mit Links über AfD

AfD vor Machtgewinn: Umfrage zeigt gespaltenes Deutschland vor Landtagswahlen 2026

Eine neue Umfrage offenbart sich wandelnde politische Erwartungen in Deutschland vor drei entscheidenden Landtagswahlen in diesem Herbst. Viele Wähler rechnen mit einer grundlegenden Machtverschiebung, bei der die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) möglicherweise erheblichen Einfluss gewinnen könnte. Die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführte Erhebung zeigt tiefe Gräben in der Frage nach der künftigen Rolle und Legitimität der Partei.

Die zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 durchgeführte Befragung unter 1.003 Personen erkundete die Einschätzungen zur Zukunft der AfD. Fast 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Partei nach den Wahlen mindestens ein Ministerpräsidentenamt stellen wird. Davon erwarten 41 Prozent einen AfD-Regierungschef in einem Bundesland, während 28 Prozent der Meinung sind, die Partei werde in mehreren Ländern die Regierung führen.

Die Meinungen zu einem möglichen Verbot der AfD bleiben gespalten. Bundesweit befürworten 38 Prozent der Befragten rechtliche Schritte zur Ächtung der Partei, 47 Prozent lehnen dies ab. Unter CDU-Wählern spricht sich jedoch eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für ein Verbot aus. Gleichzeitig zeigt sich diese Gruppe wenig kooperationsbereit: Nur 27 Prozent der CDU-Anhänger würden ein Bündnis mit der AfD begrüßen. Stattdessen würden 48 Prozent der CDU-Wähler im Falle einer relativen Mehrheit der AfD ohne absolute Mehrheit lieber eine Koalition mit der Linken eingehen.

Die Umfrage deutet zudem darauf hin, dass die sogenannte „Brandmauer“ gegen die AfD – also die Weigerung etablierter Parteien, mit ihr zusammenzuarbeiten – der Partei sogar nützen könnte. Rund 45 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass diese Ausgrenzung die Position der AfD stärkt. In Szenarien, in denen die AfD zwar stärkste Kraft ist, aber keine absolute Mehrheit erreicht, würden 40 Prozent der Befragten es vorziehen, dass die CDU ein Bündnis mit der Linken eingeht, statt mit der rechtspopulistischen Partei zu koalieren.

Die Ergebnisse spiegeln eine angespannte politische Stimmung wider, während Deutschland auf die Herbstwahlen zusteuert. Angesichts der Erwartung, dass die AfD an Macht gewinnt, verschärfen sich die Debatten über ihre Rolle und mögliche Koalitionen. Die Umfrage unterstreicht sowohl den wachsenden Einfluss der Partei als auch den anhaltenden Widerstand, dem sie sich von anderen politischen Kräften gegenüber sieht.

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