74 Tote in Bau- und Reinigungsbranche: Gewerkschaften alarmiert über mangelnden Arbeitsschutz
Henry Seidel74 Tote in Bau- und Reinigungsbranche: Gewerkschaften alarmiert über mangelnden Arbeitsschutz
74 Todesfälle in Bau- und Reinigungsbranche – Gewerkschaften fordern mehr Arbeitsschutz
Im Jahr 2024 starben in Deutschland 74 Beschäftigte bei Unfällen in der Bau- und Reinigungsbranche. Im Schnitt kam alle vier Arbeitstage ein Mensch ums Leben. Gewerkschaften und Arbeitsschutzorganisationen fordern nun eine konsequentere Einhaltung von Schutzmaßnahmen.
Die aktuellen Zahlen zeigen zwar eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr – 2024 gab es vier Todesfälle weniger –, doch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) betonen: Jeder einzelne Todesfall ist einer zu viel. Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer müsse gesund nach Hause zurückkehren können.
Viele dieser Unfälle hätten vermieden werden können, so die BG BAU. Die Organisation weist darauf hin, dass regelmäßige Sicherheitskontrollen und die korrekte Nutzung von Schutzausrüstung oft vernachlässigt werden. Mathias Neuser, kommissarischer Vorstandsvorsitzender der BG BAU, unterstreicht, dass sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte in der Verantwortung stehen.
Doch nicht nur akute Unfälle, auch langfristige Gesundheitsgefahren bleiben ein ernstes Problem. Im Jahr 2025 starben 400 Menschen an Berufskrankheiten, die häufig auf frühere Belastungen durch Staub oder Asbest zurückzuführen sind. BG BAU und IG BAU setzen sich dafür ein, dass Arbeitssicherheit in der Branche absolute Priorität erhält – ohne Kompromisse.
Die Forderungen zielen darauf ab, bestehende Sicherheitsvorschriften strenger durchzusetzen und Beschäftigte zu ermutigen, unsichere Arbeitsbedingungen abzulehnen. Beide Organisationen sind überzeugt: Durch mehr Wachsamkeit und klare Verantwortlichkeiten ließen sich Menschenleben retten. Die Daten zeigen, wie groß die Risiken für Beschäftigte in Bau und verwandten Berufen nach wie vor sind.






